Mit dem Teamgedanken zum Erfolg
08.11.2006 10:20 Uhr
COMplus weitet Geschäftsfelder aus
Eine Aktiengesellschaft in Kirchmöser? Noch vor wenigen Jahren war dies eher eine Utopie. Doch Kirchmöser entwickelt sich in großen Schritten und nun gibt es im neu erschlossenen Industriegebiet seit dem 1. Juli 2006 die COMplus AG.
15 Jahre hat es gedauert, bis der heutige Aufsichtsratsvorsitzende Uwe Maiberg und der Vorstandsvorsitzende Holger Matho diesen Schritt wagen konnten. Uwe Maiberg beschreibt die ersten Jahre: „1991 haben Frank Draber, Michael Vender und ich die COMplus digital GmbH gegründet und das Gebäude und die Mitarbeiter der ehemaligen Rechenstelle des Werkes für Gleisbaumechanik (WGM), damals noch Betrieb der Deutschen Reichsbahn, übernommen. Als kleines, aber kompetentes Team waren wir anfänglich auf Netzwerklösungen und Datenbankanwendungen in der Industrie spezialisiert. Umsatz und Mitarbeiterzahlen wuchsen zu unserer Freude stetig und so mussten wir 2005 einen neuen Firmensitz finden."
Im Juni dieses Jahres ist COMplus räumlich zu den Wurzeln zurückgekehrt und in die ehemalige Hauptbuchhaltung des WGM eingezogen. Vor dem Zweiten Weltkrieg diente das Gebäude als kostenloses Badehaus für die Angestellten und Familien der damaligen Pulverfabrik in Kirchmöser. Diese sozialen Aspekte sind bemerkenswert. COMplus fasziniert das Gebäude an sich. „Die architektonischen Raffinessen des Denkmalgeschützten Hauses, wie z. B. die beiden Wassertürme auf dem Dach, begeistern das gesamte Team. Gemeinsam meisterten wir den aufwendigen Umbau und den Umzug", erinnert sich Maiberg.
Die Wiege des 49-Jährigen stand in der Nähe von Schönebeck in Sachsen-Anhalt. Kirchmöser hat er erst durch den Beruf seiner Frau kennen gelernt. „Durch die in DDR-Zeiten übliche Absolventenvermittlung wurde meine Frau nach dem Studium 1981 hierher nach Kirchmöser vermittelt, ins Betriebskraftwerk des WGM. Ich habe im gleichen Werk als Elektriker begonnen, war dann später verantwortlich für die Instandhaltung der CMaschinen, danach für den Hardware-Bereich in der EDV. Ein Fernstudium an der Hum boldt-Uni in Berlin und an der TU Dresden habe ich als Diplom-Ingenieur für Informationstechnik abgeschlossen."
Hört man Uwe Maiberg zu, spürt man mit jedem Wort, mit jeder Geste, dass er ein echter Kirchmöseraner geworden ist - einer, der sich gern an die gewiss nicht einfachen Jahre des Anfangs ebenso erinnert wie an die jüngste Geschichte seines Betriebes. „Wir, und damit meine ich auch meine Frau und unsere beiden Kinder, haben es nie bereut, hier in Kirchmöser zu leben. Auch wenn das kulturelle Angebot nicht mit dem von Potsdam oder Berlin zu vergleichen ist. Entschädigt werden wir dafür mit einer herrlichen Landschaft, in der wir als Familie unserem großen Hobby nachgehen können - dem Segeln. Diesen Ausgleich nutze ich nach einer harten Arbeitswoche, die die Selbstständigkeit mit sich bringt."
Der Aufsichtsratsvorsitzende erinnert sich aber auch daran, dass Kirchmöser auf einigen Gebieten schon bessere Zeiten gesehen hat. So gab es früher zum Beispiel eine rundum versorgende Poliklinik, zwei Kulturhäuser, die regelmäßig Veranstaltungen organisierten, und viele so genannte Tante-Emma-Läden in den Ortsteilen. „Heute sind wir aber insgesamt sehr viel mobiler, die meisten haben ein Auto und bis in die Stadt Brandenburg ist es nicht weit. Und selbst in Berlin ist man durch die sehr gute Bahnanbindung Kirchmösers in knapp 50 Minuten."
Auch geschäftlich ist die gute Verkehrsanbindung für die COMplus AG von großer Bedeutung. Im Laufe der Jahre hat der einstige Spezialist für Netzwerktechnik seine Geschäftsfelder enorm ausgeweitet. Die COMplus AG fungiert heute als Dachorganisation für drei verschiedene Kompetenzzentren' – die COMplus Service GmbH, die COMplus Automation GmbH und die COMplus GmbH & Co. KG. Zum großen Leistungsangebot gehören unter anderem ASPLösungen, Automatisierungstechnik, Sprach- und Datenkommunikation, Schulungen für Bürokommunikation, Montage und Inbetriebnahme sowie Sonderdienstleistungen wie die Durchführung von Rollouts oder IT-Geschäftswertberechnungen. Man kann unmöglich alle Kunden aus den zurückliegenden Geschäftsjahren aufzählen. Geschäftsmann Uwe Maiberg nennt nur einige sehr wichtige: „Stellvertretend möchte ich die Stadtverwaltung, das Klinikum Brandenburg und die OHST Medizintechnik AG nennen. Aber wir arbeiten als Business-Partner der Telekom auch für das Finanzministerium Sachsen-Anhalt, für die Technischen Polizeiämter, für Berliner Flughafendienstleister und das Resort Schwielowsee."
COMplus hat sich in den zurückliegenden Jahren enorm entwickelt. Der Aufsichtsratsvorsitzende sieht den Erfolg des Unternehmens vor allem in der Firmenphilosophie: „Ganz wichtig für uns war immer, dass wir uns selbst sehr für den eigenen Nachwuchs interessieren. Wir arbeiten eng mit der Fachhochschule Brandenburg zusammen, haben von dort regelmäßig Praktikanten." Bestes Beispiel ist der Fachhochschulabsolvent Holger Matho. Er fing als Praktikant bei COMplus an, war dann verantwortlich für den Bereich Industrieautomation, später dann Geschäftsführer und hat heute die Funktion des Vorstandsvorsitzenden.
„Ich erachte es als unbedingt notwendig, sich besonders hier in der eigenen Region zu engagieren, wir brauchen den heimischen Nachwuchs. Was hier in unserem speziellen Umfeld, dem Industriegebiet Kirchmöser, passiert, ist erstaunlich. Ich sage es ehrlich, auch wir hatten den Gedanken, aus Kirchmöser wegzugehen, weil sich hier ewig nichts tat. Als die Stadt das Areal übernommen hat, wendete sich das Blatt. Wir sind heute froh, in Kirchmöser geblieben zu sein und insbesondere neuen Firmen, die das Industriegebiet weiter wachsen lassen, unsere Dienste anbieten zu können. Darüber hinaus bietet uns der Standort Kirchmöser alles, um auch unsere internationalen Geschäftsbeziehungen auszubauen. Bisher sind wir in Thailand, in der Ukraine und in den Vereinigten Arabischen Emiraten tätig. Geplant sind Projekte in Vietnam und Namibia."
Bei allen Erfolgen verweist der Aufsichtsratsvorsitzende immer wieder auf eines: den Teamgedanken der COMplus AG. Die Fluktuation ist sehr gering, viele Mitarbeiter sind seit der Gründung der damaligen COMplus digital GmbH dabei. Zudem werden seit vielen Jahren Lehrlinge ausgebildet, die sich hervorragend integrieren. „Wir müssen in unserem Geschäftsfeld stets auf dem neuesten Stand sein. Deshalb legen wir viel Wert auf aktuelle Schulungen und neueste Technik. Uns geht es darum, die Wünsche der Kunden schnell und professionell umzusetzen. Dass der Erfolg eines Unternehmens von der Zufriedenheit der Kunden abhängt, weiß bei uns jeder Mitarbeiter. Wir gewähren dem COMplus-Team ein hohes Maß an Freiheit in der Arbeit und das zahlt sich aus."
Der Erfolg der COMplus AG zeigt, dass Kirchmöser zu einem zukunftsweisenden Wirtschaftsstandort herangewachsen ist. Es ist längst nicht mehr nur eine ehemalige Eisenbahnersiedlung, sondern ein Ortsteil Brandenburgs, der Unternehmen wie der COMplus AG alle Möglichkeiten bietet, sich erfolgreich im Markt zu etablieren und zu wachsen.
Quelle: Brandenburger Wocheblatt - 08.11.2006