COMplus in der Presse
Presse

November 2008

Telekom verspricht Kloster Lehnin schnellere Datenleitung / Qualität bleibt noch offen

25.11.2008 10:37 Uhr

KLOSTER LEHNIN -  Selten ist Bernd Kreykenbohm in aller Öffentlichkeit so aus der Haut gefahren. Seit 2006 „bemühen wir uns um die Breitband-Erschließung der Gemeinde. Nun hätte ich erwartet, dass Sie heute mit konkreten Vorstellungen kommen“, klagte der Bürgermeister von Kloster Lehnin bei der jüngsten Ratssitzung. Jürgen Will, Sprecher der Telekom, konnte in der Tat nur mit einem halbwegs konkreten Termin aufwarten: „Bis Ende des 3., Anfang des 4. Quartals 2009 können wir jeden Interessierten in der Gemeinde einen DSL-Anschluss anbieten.“ Kreykenbohm, Abgeordnete und auch etliche Einwohner wollten hingegen wissen, wann welcher Ort ans Netz geht. „Diese Grobplanung haben wir noch nicht erstellt“, betonte Will gestern gegenüber dem Landkurier. Bis Februar soll diese und womöglich auch Teile einer Feinplanung vorliegen.

In Damsdorf sorgen derweil verschiedene DSL-Informationen für Verwirrung. Dieser Ortsteil von Kloster Lehnin sollte jetzt als erster angeschlossen werden. „Uns wird der Anschluss seit vier Monaten versprochen“, monierte Ortsvorsteher Uwe Brückner. Mitunter biete die Telekom Interessenten aus Damsdorf schon Verträge an, obwohl das Netz noch nicht komplett sei. Offen sei derzeit, welcher Anschluss welche Qualität bekommt. Je weiter der Hausanschluss vom Netzknoten entfernt liege, desto geringer sei die Übertragungs-Geschwindigkeit der Daten, so Will. Nicht jeder komme in den Genuss von 16 000 Bit pro Sekunde. Es werde Anschlüsse mit 1000 Bit und vereinzelt auch darunter geben. Wo es sich nicht rechne, ein Breitbandkabel zu legen, „bieten wir einen DSL-Anschluss über Satellit an“, so der Pressesprecher. Nachteil dieser Verbindung: Bei 1000 Bit pro Sekunde ist Schluss. Aber dies sei viel schneller als ISDN.

Dass die Telekom in Kloster Lehnin offenbar schneller agieren will, habe nichts mit der aufstrebenden Konkurrenz zu tun. Über die Aktion „Schnelles PM“ haben sich bereits vier Dörfer an das Funk-Netz der Firma COMplus aus Kirchmöser angeschlossen. Der Standard-Anschluss dieses Netzes bietet 3000 Bit/Sekunde. „Konkurrenz, die in Infrastruktur investiert, können wir nur begrüßen“, sagte Will. (Von Heiko Hesse)

Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung - 25.11.2008