MITTELMARK - Das Brandenburger Unternehmen COMplus will in diesem Jahr weitere Straßenzüge von Schenkenberg für das schnelle Internet erschließen. Das sagte Lars Löbert von COMplus gestern gegenüber dem Landkurier. Noch stünden Bäume im Wege, zwischen der Antenne auf der alten Schule und den Häusern von Interessenten. Im vergangenen Jahr waren die Kirschbergsiedlung und andere Ecken im Westen des Ortes an das Funk-Netz gegangen.
Nach Altbensdorf und Woltersdorf war Schenkenberg das dritte Dorf in der Region, das über COMplus und die Kreis-Aktion „schnell@pm“ an das schnelle Internet angeschlossen wurde. Als nächste Dörfer wolle man Cammer und Damelang erschließen, sagte Löbert. Dort gebe es bereits mehr als 30 Interessierte, die diesen Funk-Anschluss wünschten. Anders als anfangs geplant, komme das Funksignal allerdings nicht über Golzow nach Cammer und Damelang. Die Anhöhen zwischen der COMplus-Zentrale in Kirchmöser und Golzow könnten von den Funk-Signalen nicht überwunden werden. „Wir gehen nun von Süden her an die beiden Orte heran“, erläuterte Löbert. Derzeit laufen Verhandlungen mit Funkmast-Betreibern für einen passenden Antennenstandort. Lars Löbert geht davon aus, dass Cammer und Damelang noch in diesem Quartal das schnelle Internet per Funk bekommen.
Für Oberjünne sieht der COMplus-Mitarbeiter allerdings schwarz. „Das Dorf liegt mitten im Wald. Dafür die Bäume zu fällen, will natürlich niemand.“ Bliebe also nur, einen 20 Meter hohen Turm für die Antenne zu errichten. So ließe sich das Signal übertragen. Für COMplus jedoch werde sich eine derartige Bauinvestition nicht rechnen. Dies müsse jemand anders realisieren. Der neue Ortsbeirat hatte am Montagabend auf seiner Sitzung gefordert, auch Oberjünne mit schnellem Internet zu versorgen.
Auch sonst liegt das Dorf für die drahtlose Kommunikation ungünstig. „Mit dem Handy gibt es hier viele Probleme“, klagt Ortsvorsteherin Sabine Pagels. Das Dorf sei im Grunde genommen ein einziges Funkloch. Bei gut 100 Einwohnern und nicht einmal 30 Haushalten mehrere Kilometer vom nächsten größeren Ort entfernt, hält sich das Interesse der Telekommunikations-Unternehmen an Investitionen in der alten Kolonistensiedlung in Grenzen.
In Neubensdorf dagegen sieht COMplus Potenzial. Allerdings „warten wir immer noch auf die Rückmeldungen“, gab Löbert zu verstehen. Er wundere sich, dass das Interesse allein schon der verschiedenen Betriebe an der Bundesstraße 1 offenbar gering sei. Gleichwohl wolle das Brandenburger Unternehmen in den nächsten Tagen noch einmal an die Neubensdorfer herantreten und fragen, ob und inwieweit man das schnelle Internet wünsche. (Von Heiko Hesse)
Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung - 08.01.2009